Freischießen in Mengeringhausen
15. bis 20. Juni 2022

Altstädter Männerkompanie

Hauptmann:

Adjutant:

Oberleutnant 1. Zug:
Oberleutnant 2. Zug:
Kassierer
Läufer:


Fahnenträger 1. Zug:
Fahnenbegleiter 1. Zug:
Zugleutnante 1. Zug


Fahnenträger 2. Zug
Fahnenbegleiter 2. Zug:
Zugleutnante 2. Zug



Die Geschichte der Altstädter Männerkompanie

von Manfred Probstfeld, Fritz Klapp und Andreas Schinzel


Im Jahr 1299 erhält die Altstadt, im Jahr 1392 die Neustadt das Stadtrecht. Die Verleihung dieser Rechte setzte voraus, dass zum mindesten Wall und Graben vorhanden waren, Stadtmauern und -türme im Bau, die Städte also Festungen für den Grafen, die Bürger und die umliegenden Höfe bilden konnten. Um 1300 wurde die Burg erneuert und für die Stadtbefestigung nutzbar gemacht. An der Nord- und Ostseite der Stadt wurden die Stadtgräben durch die starke Quelle des "Tollen Born" und die abfließenden Wässer der Altenstadt gefüllt, und vom Rundturm der Nordostecke der Stadtmauer (jetzt Bohnen Keller) konnten zwei rechtwinklig anschließende Fronten bestrichen werden. Die Einwohnerzahl der so gefestigten Stadt vermehrte sich rasch. So bauten sich Zuziehende an der Westseite der Stadtmauer an und bildeten eine neue "Gemeinde", die Neustadt.

Zwischen 1400 und 1500 wurden die Tortürme durch abschließbare Bollwerke ergänzt und die Warttürme auf dem Hagen, dem Hülloh (Hohenwald) und der Matzenhöhe erbaut. Die erstmals 1433 beschlossene Vereinigung der "Stadtteile" wurde 1447 wieder aufgehoben. Die Überfälle Mengeringhausens durch die Cansteiner Burgherren in den Jahren 1480 und 1502, bei deren letzterem 52 Häuser eingeäschert waren, führten im Jahre 1502 möglicherweise, nach einem Überfall des Raben von Canstein, zur endgültigen Vereinigung der Alten- und der Neustadt, die durch Schaffung der Neuen Pforte, zwischen den Häusern der Nicolaistraße und des Entenpfuhls, seit 1433 teilweise bestand.

Diese Vereinigung scheint zum Zweck besserer Wehrfähigkeit der Stadt erfolgt zu sein, denn die schon bestehende Bruderschaft St. Sebastiani erneuerte sich im Jahre 1505 zu einer zunftähnlichen "löblichen und ehrlichen Bruderschaft Fabiani und Sebastiani" mit kirchlichen Gebräuchen unter Einschluss der Neustadt. So ist es kein Zufall, dass noch heute der Festzug unserer Schützengesellschaft zunächst um unsere Kirche herumzieht. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich der Zusammenschluss fast aller Männer unserer Stadt in der Schützengesellschaft erhalten. Um Aufgaben im Wach- und Schutzdienst für die Stadt gerüstet zu sein.

Neben allgemeinen Schießübungen wurde in alten Zeiten alljährlich, meist zu Pfingsten, jedem Schützenbruder die Gelegenheit gegeben, sich freizuschießen. Später fanden diese Freischießen aber nicht mehr alljährlich, sondern in verschiedenen Zeitabständen statt. Seit etwa 1800 hat sich der siebenjährige Turnus, wenn er nicht durch besondere Ereignisse unterbrochen wird, eingebürgert. Eine Erinnerung an die Übungen sich freizuschießen, hat sich wohl in den Auszügen der kommenden Freischießensjahren zur Söllinge, die auch immer noch zu Pfingsten vor jedem Freischießen stattfanden, erhalten. An diesem Tage wählten die Männerkompanien ihre Hauptleute, ferner sollten sich die Mannschaften für gute Haltung und gutes Marschieren im Zuge vorbereiten.

Berücksichtigt man alle Unterlagen und alle Hinweise aus den unterschiedlichsten Quellen, so kann festgestellt werden, das die Altstädter Männerkompanie die älteste Gruppe der Schützengesellschaft, in ihrer heutigen Zusammensetzung, ist. Schon vor dem Zusammenschluss mit der Neustadt wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Männer der Altstadt für die Verteidigung der Stadt verantwortlich waren.

Im Laufe der Jahre hat sich, innerhalb von Mengeringhausen, die Grenze zwischen der Alt- und Neustadt, durch Neuansiedlungen, verändert. Seit 1993, der Vorstand der Schützengesellschaft hat Veränderungen vorgenommen, verläuft die Grenze unterhalb des Flugplatzes über den Berger Weg, entlang der Oberen Torstraße und Nicolaistraße zum Mühlenwasser. Von dort über den Philosophenweg zum ehemaligen Bahnhofsgelände und entlang des Papiermühlerwegs zur Hagenstraße.

Leider ist es sehr schwierig die Geschichte der Altstädter Männerkompanie aufzuarbeiten. Dies liegt vor allem daran, dass die entsprechenden Quellen fehlen. Vorhandene Festschriften, bis ins Jahr 1930, und Aufzeichnungen aus dem Kirchenarchiv lassen keine genauen und vor allem richtige Ausführungen zu. Einzig und allein die Aufstellung der Hauptleute seit dem Jahr 1810 ist feststellbar.