Freischießen in Mengeringhausen
15. bis 20. Juni 2022

Der Fanfarenzug 

Der Fanfarenzug der Schützengesellschaft ist bei einem Freischießen nicht wegzudenken. 2022 besteht er aus folgenden Mitgliedern: 


Stabführer und Leiter: Rolf Ellbrunner


Mitglieder sind: Antje Bender, Corinna Bender, Elke Boos, Nicola Esau, André Glase, Antonella Glase, Kimberly Hock, Jendrik Jäger, Michaela Konremann, Carmen Luttrup, Dieter Luttrup, Janine Luttrup, Tino Marx, Frank Meier, Jakeline Nolte, Birgit Rettberg, Maurice Scheele, Nicole Schröder, Daniel Schubert, Frieder Schweitzer, Sabine Schweitzer, Markus Seifert, Tom Sieslack und Melanie Wolfram


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Die Geschichte des Fanfarenzuges

von Rolf Ellbrunner


Lehrer Weiß hatte innerhalb der Schule einen Trommler- und Pfeiferspielmannszug aufgebaut, der bei Schulfesten und auch beim Freischießen 1951 vor den Knabenkompanien voran marschierte. Der Zug löste sich nach dem Tode vom Lehrer Weiß wegen mangelnder Teilnehmerzahl auf. Es entstand dann 1960 der Plan, aus Kindern der Knabenkompanien einen Fanfarenzug aufzubauen. Mit tatkräftiger Unterstützung von den Herren Franz Hoellen, Hermann Graf und Willi Schade, wurden drei alte im Privatbesitz befindliche Fanfaren genommen und schließlich war mit fünf gestifteten Fanfaren und zwei Landsknechtstommeln der Grundstock eines Schülerfanfarenzuges aufgebaut.


Unter Übungshilfe des Knabenoberst Franz Hoellen, des Herrn Harald Franke und eines Übungsleiters aus Volkmarsen wurden in der Schule oder abseits auf einsamen Feldwegen einfachst Musik- und Marschformen geübt. Ihre ersten öffentlichen Auftritte waren das Wecken und das Abmarschsignal zu den alljährlich stattfindenden Schnadezügen. Anerkennung und Geldspenden aller Anführer und Hauptleute der Freischießensgruppen ermunterten zum weiteren fleißigen Üben der kleinen. Eine Handarbeitslehrerin der Schule hatte für alle Fanfaren, Fanfarentücher entworfen und in einem unterrichtlichen Vorhaben schmuckvoll anfertigen lassen.

Es nahte das Freischießen 1972: Eine 12-köpfige Gruppe nahm als Knaben-Fanfarenzug an den Festzügen teil und marschierte den Knapenkompanien voran. Das Musikrepertoire bestand aus fünf Märschen. Allseits fand diese kleine Truppe Beifall und Anerkennung. Dieter Luttrup, der 1975 zum Fanfarenzug dazu kam, wurde bald aufgrund seiner musikalischen Fähigkeit, Leiter der kleinen Gruppe. Der Fanfarenzug wurde in den folgenden Jahren mehr und mehr ausgebaut und ist damit zum festen Bestandteil der Schützengesellschaft geworden.
Zum Freischießen 1979 wuchs der Fanfarenzug auf 18 Kinder und Jugendliche heran.


Der ganze Stolz jeden Mitglieds, war das von Christa Luttrup selbst entworfene und in mühevoller Näharbeit geschaffene Freischießenkostüm.
Sie nähte ein schönes Barett aus roten Samtstoff mit einer grünen und einer weißen Feder daran, einen aus Seidenstoff grünen Überwurf mit dem Mengeringhäuser Stadtwappen versehen, das Wappen wurde bei jedem Überwurf mit Seidenfarben von Frau Ulrike Glase künstlerisch von Hand aufgemalt. Dazu eine rote Pumphose die bis über die Knie ging. Schließlich wurde zu der schmucken Einheit, weiße Kniestrümpfe und schwarze Halbschuhe getragen. 


Mitten auf dem Festplatz hatte der Fanfarenzug beim großen Heimatfest ein eigenes Lager in "Esaus Scheune". Das Freischiessen 1979 war für die Knaben ein großer Erfolg, sie wurden überall, wo sie auftraten, mit Begeisterung empfangen. Die Fanfaren und die Landsknechtstrommeln wurden größtenteils von den Historischen Gruppen und den Hauptleuten gespendet, auch Personen vom Vorstand der Schützengesellschaft, der Pfarrer und Geschäftsleute aus Mengeringhausen stifteten Musikinstrumente. Die Schützengesellschaft kaufte schließlich einige Instrumente hinzu. Von der Stickerei Koch aus Coburg wurden sehr schöne Fanfarentücher angefertigt, die auch von Mengeringhäuser Handwerker und Geschäftsleute gespendet wurden.


In den sieben Jahren zwischen den Freischießen wurde es um den Fanfarenzug etwas ruhiger. Jährlich wurden die Mengeringhäuser Bürger von den Klängen des Fanfarenzuges an Christi Himmelfahrt zu dem stattfindenden Schnadezug geweckt. Dirk Dowald, der Mitglied im Volkmarser Spielmanns- und Fanfarenzug war, brachte den Jungs neue Stücke bei, wie auch Christian Engelbracht vom Arolser Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr. Für das Freischießen 1986 kamen neue Mitglieder hinzu. Christa Luttrup und ihre Tochter Ulrike Glase schneiderten fehlende Kostüme nach. Dieter Luttrup erbrachte hervorragende Leistungen beim Leiten und Führen des Zuges.


Neue Landsknechtstrommeln wurden angeschafft, eine wurde von der Lanzengarde gespendet, somit ist der Fanfarenzug zu einem immer schöneren und präsentablen Klangkörper geworden. Eine Woche vor dem Freischießen 1986 wurde der Fanfarenbläser des Herold, Fritz Klapp jr. krank, so das er am geschehen des großen Heimatfestes nicht teilnehmen konnte. Dieter Luttrup, der derzeit den Fanfarenzug leitete, übernahm kurzfristig den Posten von Fritz Klapp, da er Fanfare spielen und reiten konnte, und wurde somit, zusammen mit Klaus Spinnler zum berittenen Fanfarenbläser des Herold, über die Mengeringhäuser Festtage. Den Fanfarenzug übernahm über die Freischießentage, Carsten Ott, der den Zug durch seinen kräftigen Arbeisteinsatz und sein führendes Auftreten wunderbar über das große Heimatfest brachte. Und dies mit voller Unterstützung der ganzen Gruppe. Somit wurde auch das Freischießen 1986 ein voller Erfolg.

Zwischen den Freischießen 1986 und 1993 traten einige Mitglieder aus, es kamen aber neue hinzu, und so nahm der Fanfarenzug das erste Mal Mädchen als Mitglieder auf. Der Verein entwickelte sich immer prachtvoller und hatte zwischen den Jahren viele Auftritte mit der Schützengesellschaft im gesamten Waldecker Raum. Dieter Luttrup sollte auch in 1993 auf dem Mengeringhäuser Freischießen den berittenen Fanfarenbläser des Herold spielen, daher führte er Rolf Ellbrunner, der seit 1976 im Fanfarenzug ist, in das Amt des Leiters und Stabführers ein.

Offiziell übernahm Rolf Ellbrunner am 27. März 1992 bei der großen Schützenversammlung von Dieter Luttrup den Fanfarenzug. Für das Freischießen 1993 wurden von Frau Ulrike Glase und Frau Christa Luttrup, wieder in tagelanger und aufwendiger Näharbeit, neue Kostüme geschaffen. Das neue Kostüm war dem alten zwar ähnlich, aber noch schmuckvoller, die beiden Frauen verwendeten anderen Stoff der etwas pflegeleichter war. Das Mengeringhäuser Wappen das auf dem Überwurf draufgenäht war, wurde von einer Stickerei aus Bayern gefertigt. Die gestickten Wappen spendete der damals amtierende Schützenkönig Gerhard Jordan, er war stets um den Fanfarenzug bemüht und hatte immer ein offenes Ohr für die Jungs und Mädchen. Die Kosten für das Kostüm übernahmen die Mitglieder des Fanfarenzuges und die Schützengesellschaft Mengeringhausen.

Zum großen Heimatfest 1993 wuchs der Fanfarenzug auf 26 Mitgliedern heran. Das jüngste Mitglied war vier, das älteste, dreißig Jahre jung.
Das Freischießen begann am 1.Juli 1993, überall wo der Fanfarenzug sich zeigte, wurde er mit Begeisterung und Applaus empfangen. Sie hatten sich zu einen wunderbaren schönen Klangkörper und auch Gruppe entwickelt. Das Lager in "Esaus Scheune" war Prachtvoll ausgeschmückt und mit einem aus Holz gebauten Vorbau versehen, schmuckvoll wurde es mit Tannenzweigen behängt. Auf einer Feier entstand auch der "Schlachtruf" des Fanfarenzuges: "Fanfare Hurra". Der Zusammenhalt der gesamten Truppe wurde groß geschrieben. Für sie war es das schönste Freischießen, was gefeiert wurde. Die Euphorie des Fanfarenzugs Mengeringhausen ist über Freischießen so groß geworden, dass beschlossen wurde, sich musikalisch zu verbessern.